Im Augenblick arbeite ich intensiv an der Geschichte von Jupp, dem schlitzohrigen Kater und seinem Dosenöffner Tom.
Ausnahmsweise gibt es einen kleinen Auszug aus dem allerresten Kapitel zu lesen - weil es mir gerade so viel Spaß macht, über Jupp zu schreiben. Beinahe jeden Tag fallen mir neue Schandtaten ein, die man mit ein wenig Wohlwollen auch als Abenteuer bezeichnen könnte. Denn unter seiner rauen Schale verbirgt sich ein butterweicher Kern.
Bald ist es wieder soweit. Weihnachten steht vor der Tür und wie jedes Jahr
freue ich mich auf dieses Fest. Denn Weihnachten mit Tom ist etwas ganz
Besonderes. Und so mancher Happen vom Festtagsbraten fällt für mich ab.
Tom ist mein menschlicher Dosenöffner. Ich heiße Jupp und bin ein
wirklich stattlicher Kater. Ein Bild von einem Kater, ohne überheblich erscheinen
zu wollen! Jupp ist nicht gerade mein Traumname, aber mehr konnte ich von Tom
nicht erwarten. Tommy und Jupp sind das „Dreamteam“ in einem Gott sei Dank frauenlosen
Haushalt. Frauen stören nur, gerade in der Weihnachtszeit. Entweder sind sie
überaus hektisch oder wollen noch mehr Aufmerksamkeit und reden immer über Diät
halten. Heinz kann wunderbar Öhrchen kraulen, und das möchte ich auf keinen
Fall mit jemandem teilen müssen. Schon gar nicht mit einer Frau!
Mein Dosenöffner nimmt wie in jedem Jahr, an einem vorweihnachtlichen
Skat-Turnier teil. Ich bin schon gespannt darauf, was er heute als Preis mit
nach Hause bringt und womit wir den Kühlschrank füllen können. Tom gewinnt des
Öfteren beim Skat, doch nicht alles, was er gewinnt, bereichert unser
Weihnachtsmahl. Vielleicht sollte ich doch einmal in der Weihnachtsnacht zu ihm
sprechen. Zumindest behaupten die Menschen, dass wir Tiere in der Weihnachtsnacht
reden können und dass sie uns dann in dieser Nacht auch verstehen können. Wenn Sie mich fragen: so ein Quatsch! Ich spreche das ganze Jahr
zu Tom und habe so gar nicht das Gefühl, dass er mich versteht.
Aber ich weiche vom Thema ab. Also, vor zwei Jahren gewann Tom beim Skat
eine Weihnachtsgans. Mir lief buchstäblich das Wasser in meinem Maul
zusammen und ich sah schon den Braten knusprig braun gegart und köstlich
duftend vor mir stehen. Doch jäh wurden mir meine Illusionen geraubt, denn der
Weihnachtsbraten schnatterte lebhaft und aufgeregt unter Tommys Arm, als er
damit nach Hause kam.
Tom konnte keiner Fliege etwas zuleide tun, und den Braten „abmurksen“
konnte er schon gar nicht. Gut, beim Rupfen hätte ich helfen können aber
„abmurksen is´ nicht!“
So kam die Gans zu einem befreundeten Ehepaar auf deren Bauernhof. Und zu
Weihnachten gab es bei Tom und mir kein besonderes Festmenü.
Im letzten Jahr kehrte er mit einem dicken, fetten Karpfen heim. Jedoch
nicht unter dem Arm und gefriertauglich, sondern nach Luft schnappend in einem
Wassereimer. Ich ahnte mal wieder Fürchterliches für unser Festessen , denn
„abmurksen“ is´ nicht…
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen